Welches Holz hält draußen? Eiche, Lärche und Douglasie im Vergleich
Von Bella Group 2 Minuten Lesezeit
Die kurze Antwort: Eichenkernholz. Es steht in der europäischen Norm für Holzdauerhaftigkeit eine ganze Klasse über Lärche und Douglasie und braucht keine chemische Behandlung, um im Freien zu bestehen. Genau deshalb verarbeiten wir es.
Es gibt eine Norm dafür, und die ist nützlich
Wie lange eine Holzart der Witterung standhält, ist nicht Geschmackssache, sondern gemessen. Die DIN EN 350 teilt Hölzer in fünf Dauerhaftigkeitsklassen ein, je nachdem wie gut ihr Kernholz holzzerstörenden Pilzen widersteht. Klasse 1 ist die beste, Klasse 5 die schlechteste.
| Holzart | Klasse | Was das heißt |
|---|---|---|
| Eiche (Kernholz) | 2, teils 1 bis 2 | dauerhaft, taugt bei durchdachter Bauweise auch für stark beanspruchte Außenbereiche |
| Europäische Lärche | 3 | mäßig dauerhaft, funktioniert draußen nur mit konsequentem baulichem Schutz |
| Douglasie (Kernholz) | 3 | mäßig dauerhaft, dieselbe Einschränkung wie bei der Lärche |
| Fichte, Kiefer (Splint) | 4 bis 5 | im Freien ohne Behandlung nicht sinnvoll |
Der Sprung von Klasse 3 auf Klasse 2 klingt klein, macht in der Praxis aber den Unterschied zwischen einem Holz, das man schützen muss, und einem, das sich selbst schützt.
Warum Eiche das kann
Eiche ist hart, sehr dicht und enthält von Natur aus Gerbstoffe, die Pilze und Insekten abwehren. Wasser dringt langsamer ein als bei weichen Nadelhölzern, und was eindringt, trifft auf ein feindliches Milieu. Das ist kein Zusatz, sondern wächst so.
Die Gerbstoffe haben allerdings eine Eigenheit, die man kennen sollte: Treffen sie auf Eisen und Feuchtigkeit, entstehen tiefschwarze Flecken. Eine gewöhnliche verzinkte Schraube reicht dafür aus. Wir liefern deshalb Edelstahl, und wenn Sie selbst nachrüsten, sollten Sie es auch tun. Mehr dazu im Beitrag Eichenholz pflegen.
Was gegen Lärche und Douglasie spricht, und was dafür
Beide sind gute, ehrliche Hölzer und deutlich günstiger als Eiche. Sie sind aber auf sogenannten konstruktiven Holzschutz angewiesen: Das Wasser muss ablaufen können, das Holz muss abtrocknen können, stehende Nässe verzeiht keines von beiden. Bei einem Zaun oder einer Terrasse lässt sich das gut lösen.
Ein Briefkasten hat es schwerer. Er hängt fest an der Wand, hat waagerechte Flächen, auf denen Wasser stehen bleibt, und wird täglich geöffnet. Kommt ein hoher Splintholzanteil dazu, der grundsätzlich in Klasse 5 fällt, unabhängig von der Holzart, dann altert so ein Kasten sichtbar schneller.
Dass Holz grau wird, ist kein Schaden
Unbehandeltes Holz vergraut im Freien. Das ist eine Oberflächenreaktion auf UV-Licht, kein Zerfall. Manche mögen den silbergrauen Ton und lassen ihn kommen. Wer die warme Eichenfarbe halten will, ölt einmal im Jahr nach. Beides ist richtig, es ist eine Frage des Geschmacks.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Vergrauen und Verwittern. Vergrauen betrifft die obersten Zehntelmillimeter. Verwittern heißt Risse, Fäule, weicher Untergrund, und dahin kommt Eichenkernholz an einem Briefkasten über viele Jahre nicht.
Und Metall?
Bei unseren Briefkästen kommt beides zusammen. Der Korpus besteht aus pulverbeschichtetem Stahl, weil er die Post trocken hält und sich sauber verarbeiten lässt. Die sichtbare Front ist Eiche, weil sie eine Beschriftung aufnehmen kann, die dauerhaft hält, und weil sie an einer Hauswand schlicht besser aussieht als lackiertes Blech.
Kurz zusammengefasst
Für einen Briefkasten, der zwanzig Jahre draußen hängt und nie unter ein Dach kommt, ist Eichenkernholz die Holzart mit dem geringsten Risiko. Lärche und Douglasie können mithalten, wenn man ihnen baulich hilft. Und egal welches Holz: Der beste Schutz kostet einmal im Jahr eine halbe Stunde und ein Tuch mit Öl.



